Gedenkausstellung René Villiger – Sins, Oktober 2012

Sag mir René, ist es wahr
Ists schon länger als ein Jahr
Seit den unvergessnen Tagen
Als es galt adieu zu sagen?

Nein, es war fast nicht zu fassen
Dich so einfach loszulassen
Dich - mit allen Deinen Gaben
Die wir so bewundert haben

Ja - wir hoffen stets vergebens
Auf Unendlichkeit des Lebens
Diese gibt es nicht hienieden
Ist uns drüben erst beschieden

Selbst wenn wir Dich hier vermissen
Ists ein Trost für uns zu wissen
Dass Dir auch die neue Welt
Wohl auf ihre Art gefällt

Und auch hier lebst Du ja weiter
Denn Dein Wesen, froh und heiter
Begleitet alle Deine Lieben
Fast als wärst Du hier geblieben

Doch von ebensolcher Stärke
Zeugen alle Deine Werke
Die aus Deinem Künstlerleben
Ein beredtes Zeugnis geben

Worte können kaum beschreiben
Was die Bilder, die nun bleiben
Und uns immer schon erfreuten
Nun erst recht für uns bedeuten

Ja, Du lerntest uns zu sehen
Und auf Dinge einzugehen
Die beim flüchtigen Betrachten
Wir zuweilen kaum beachten

Sinn für Farben und für Formen
Frei von Zwängen oder Normen
Öffnete Dir viele Räume
Für die Bilder Deiner Träume

Zeichnen schien Dir angeboren
Ohne Stift warst Du verloren
Alles hat Dich inspiriert
Wurde flink mit links skizziert

Deine Kunst lässt sich benennen
Resultierte aus dem Können
Etwas bildlich zu gestalten
Liessest Du sich selbst entfalten

L’art pour l’art war Dir zuwider
Effekt zu haschen schlicht zu bieder
Das Echte zählte, nicht der Schein
Denn Kunst soll ungekünstelt sein

Dein Wissen hast Du wie Dein Streben
Auch vielen ‚Stiften‘ mitgegeben
Die so bei Dir ihr Handwerk lernten
Und damit gute Früchte ernten

Noch etwas gilt es anzumerken
Und zählte auch zu Deinen Stärken
Gabs irgendetwas zu gestalten
Warst Du bald kaum mehr aufzuhalten

Ob Fasnacht, Feste, Clubs, Vereine
Ihr wisst wohl alle, was ich meine
Schwangst Du den Pinsel während Tagen
Auch ohne nach Entgelt zu fragen

Als Sportler, Fischer und als Reiter
Als Velofahrer und so weiter
Warst Du nicht nur im Element
Nein auch als Kumpel höchst patent

Geselligkeit und das Geniessen
Liess Deine Energien fliessen
Kein Wunder dass die Auserwählten
Dich gern zu ihren Runden zählten

Mit Leib und Seele, Haut und Haar
Nahmst Du des Lebens Fülle wahr
Und liessest das, was Du gesehen
In tausend Bildern auferstehen

Kein Zweifel, das ist live gespeichert:
Du hast die Welt mit Kunst bereichert
Die echt, authentisch, ‚villigran‘
Zu jeder Zeit bestehen kann

Wenn wir nun Deiner hier gedenken
So lass auch uns Dir Freude schenken
Und uns mit jedem Augenschein
Für alle Zeit verbunden sein

Sins, 29. September 2012, ernst.bannwart@bluewin.ch

 

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